Raclette

Raclette

Alle Jahre wieder: Planung ist alles!

Da steh ich nun. Den Einkaufswagen fest umklammert, die lange Schlange der anderen Kunden vor mir genau im Blick, während ich immer wieder aus den Augenwinkeln die Bedienungen der Käsetheke beobachte, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen.

Es ist der Vormittag des 31.12.2014 und am Sylvesterabend soll es, wie in so vielen deutschen Haushalten, Raclette geben. In den im Gang aufgebauten Kühltruhen ist genau an den Stellen gähnende Leere, an denen das leuchtend rote und mit fetter, schwarzer Schrift den Sonderpreis deklarierende Preisschild für Raclette-Käse hängt. Ausverkauft? Kann doch nicht sein. Die wissen doch, dass heute der Ansturm auf den Käse vom ganzen Jahr am größten ist.

Also deswegen ist die Schlange an der Käsetheke so lang. Da bleibt mir wohl nichts übrig. Also einreihen. Als ich endlich dran bin und nach dem echten Walliser-Raclette-Käse frage, bekomme ich einen mitleidigen Blick zugeworfen. Den Hinweis, dass die gesamten Bestände an Raclette-Käse in den Kühltruhen sei und ich doch dort nachschauen müsse, kann sich die Käsewarenfachverkäuferin schenken. Wir wissen beide, dass die Truhen mittlerweile leer sind. Da bleibt mir tatsächlich nichts anderes übrig, als mein Glück im nächsten Supermarkt zu versuchen. Das verhagelt mir natürlich vollständig meinen gut durchdachten Vorbereitungsplan, aber was will man machen? Die anderen Zutaten bekomme ich ausnahmslos. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, aber der Umstand, dass ich nur wegen des Raclette-Käses noch mal in einen anderen Laden muss, nervt schon etwas. Zum Glück ist im nächsten Supermarkt weder der Käse Mangelware noch eine Schlange vor der Käsetheke. Seit dem versuche ich vor Weihnachten und Sylvester nicht mehr so kurz vor knapp einkaufen zu gehen. Mal sehen, wann ich es dieses Jahr schaffe.

Was gehört zu einem Raclette?

Ich weiß, ich weiß, viele Schweizer werden nun aufschreien, wenn sie meine Liste sehen. Für die Puristen gehört zu einem echten Raclette eigentlich nichts, außer etwas Gemüse und ein paar Pellkartoffeln. Der Käse ist der Star und die Bühne gehört ihm ganz alleine.

Wir Deutschen sind da etwas umfassender mit unseren Beilagen. Wer in Deutschland zum Raclette nur zwei Wurstsorten, etwas Gemüse und Pellkartoffeln anbietet, trifft schnell auf gelangweilte Gäste. Daher sollten meiner Meinung nach bei einem Raclette möglichst viele Zutaten mit verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden. Von herzhaft über würzig zu scharf bis süß, darf alles enthalten sein.

Auch den heißen Stein auf dem Raclett-Gerät nutzen viele, um zusätzlich schmackhaftes Fleisch zu brutzeln.

 

Menge pro Portion

Jedes mal, wenn ich für ein Raclette einkaufen gehe, stelle ich mir die Frage nach der Menge pro Person. Obwohl ich ja eigentlich Erfahrungswerte aus der Vergangenheit haben sollte, fällt es mir immer noch schwer, mich daran zu orientieren. Wahrscheinlich ist es die größte Angst eines guten Gastgebers, dass die Gäste zu kurz kommen. Bei einem Essen mit so vielen Komponenten wird von allem etwas mehr gekauft und am Ende ist doch wieder jede Menge übrig. Damit Ihr Eure Mengen pro Person planen könnt, findet Ihr hier eine Übersicht über die jeweiligen Mengen.

  • Kartoffeln: 200 g
  • Käse (wenn er die Hauptzutat ist): 200 g
  • Käse (wenn der mit anderen Zutaten kombiniert wird): 100 – 150 g
  • Brot (wenn es keine Kartoffeln gibt): 100 g
  • Brot (wenn es auch Kartoffeln gibt): 50 g
  • Fleisch (wenn es die Hauptzutat ist): 180 g
  • Fleisch (wenn es mit anderen Zutaten kombiniert wird): 100 – 120 g
  • Salat: 80 g
  • Gemüse (wenn es die Hauptzutat ist): 200 g

Denkt an mich, wenn ihr an der Kasse doch wieder 200g mehr im Korb habt, als ihr benötigt.  😉

Das Original: Walliser Raclette-Käse

Es gibt viele Käsesorten, die als Raclette-Käse firmieren. Als Original gilt der cremig, würzige Walliser Raclette-Käse aus dem schweizerischen Wallis. Er hat sehr gute Schmelzeigenschaften und mit 50% einen relativ hohen Fettgehalt. Als Rohmichlkäse ist er allerdings für Schwangere nicht geeignet.

Der Begleiter: Die Pellkartoffel.

Als bester Begleiter des Raclette-Käse gilt die Pellkartoffel. Mit dem Thermomix lassen sich auf einen Rutsch bis zu 2,5Kg Pellkartoffeln zubereiten.

Ein einfaches Rezept von Anie81 aus der Rezeptwelt ist hier:

Die Ergänzung: Das Brot

Auch wenn viele der Meinung sind, Brot würde nur unnötig stopfen und weniger Platz für die guten Pfännchen lassen, würde ich kein Raclette ohne ein gutes Brot machen. Klassischerweise wird zum Raclette Baguette gereicht.

Ein sehr leckeres, rustikales Baguette findet ihr bei Iris auf dem Ikors Blog

 

Saucen und Dips

Wieso ich nicht auf Brot verzichten möchte? Ganz einfach. Der Thermomix macht viel zu schnell und einfach super leckere Dips und Saucen. Da möchte ich bei einem solchen Essen einfach nicht drauf verzichten.

Da wären zum einen die Klassiker:

 

Als super tolle Alternative könnt Ihr die folgenden Saucen  und Dips machen:

 

Moderne Alternativen:

Um das Raclette etwas aufzupeppen möchten wir Euch gerne ein paar moderne Alternativen für Eure Pfännchen zeigen, mit denen ihr bei Euren Gästen mit Sicherheit punkten könnt.

  • Dörrpflaumen mit Ziegenkäse
  • Entenbrust mit Cranberrys
  • Chorizo mit Apfel
  • Spinat mit Goronzola
  • Morbier mit Portfeigen

 

Viel Spaß beim Vorbereiten des Raclettes und viel Freude beim Essen mit Euren Lieben.

Kai

 

 

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