Lernturm

Ein IKEA Eigenbau

Lernturm – Ein IKEA Eigenbau

Meine Suppe ess ich nicht

In unserer KiTa ist das Essen der Kinder immer wieder ein Thema. Eine Mutter erzählte letztens, dass das Essen zu Hause immer wie ein kleiner Krieg ist. Die Kinder schreien und weinen, dass Sie das angebotene und mit viel Liebe gesundeitsbewusst zubereitete Essen nicht mögen. Da werden die Erbsen rumgeschmissen, die Gläser umgeworfen oder die Gabel wütend mit den Zacken nach unten  in den teuren Weichholztisch gehauen. Es wird versucht, Überzeugungsarbeit zu leisten (Schau mal, der Mama scheckt es doch auch super!),  gedroht (Wenn du deinen Teller nicht leer ist, gibt es keine Gute-Nacht-Geschichte!), gebettelt (Versuch es doch wenigstens mal!).

Zurück bleiben oft entnervte Eltern, die sich nicht anders zu helfen wissen und dem Kind dann doch die ungesunde Nahrung geben, die es möchte.

Schuldfrage: Kind oder Eltern

Ich kann ein solches Verhalten weder nachvollziehen noch gutheißen. Echt jetzt. Nur weil das Kind nichts probieren möchte? Bei uns kommt so etwas nicht vor. Unser Sohn isst immer alles, schon seit er ganz klein war. Schuld an dem oben genannten Szenario sind ausschließlich die Eltern, das muss man auch mal sagen dürfen. So lange man gesundes Essen vorlebt, den Kindern alle Bestandteile einer Mahlzeit erklärt und einen ganz natürlichen Umgang mit Gemüse und Obst lehrt, essen die Kinder auch alles mit, ohne den Aufstand zu proben. Natürlich darf man keine Ausnahmen machen. Konsequenz ist der Schlüssel. Unser Sohn hat so, von der ersten Beikost an, gelernt alles zu essen und wir hatten nie Probleme am Familientisch.

Wer das nicht von sich behaupten kann und regelmäßig Gefechte beim Abendbrot austragen muss, hat gravierende Fehler in der Erziehung gemacht und als Elternteil schlichtweg versagt. Punkt.

Oder?

Ich hoffe, ihr habt mir das jetzt nicht abgenommen! Alle Eltern, die jetzt mit geschwollener Halsschlagader am Rechner sitzen und die ersten Sätze der Hassmail schon geistig vorformuliert hatten, kann ich beruhigen.

Auch bei uns ist das Thema Essen allgegenwärtig und nicht immer nur positiv besetzt.

Es ist eigentlich ganz einfach. Jedes Kind hat, wie jeder Erwachsene auch, einen ganz eigenen Geschmack und gerade im Kleinkindalter ist dieser einfach noch nicht zu Kompromissen  bereit.

Auch unser Sohn isst derzeit kaum noch Gemüse oder Obst und verweigert sich häufig auch dem Probieren.

Unser Lösungsversuch: der Lernturm

Um dem ganzen Thema Essen evtl. doch noch Herr zu werden, versuchen wir es weiter. Wir lassen ihn mitkochen, zeigen ihm wie alles zubereitet wird und hoffen damit das Interesse an neuen Produkten und Gerichten zu wecken. Ob es klappt? Wir werden sehen.

Unser Sohn ist noch keine zwei Jahre alt, aber er will dennoch in jeden Topf schauen und interessiert sich brennend dafür, was auf der Arbeitsplatte oder im Thermomix gerade passiert. Ihn ständig auf dem Arm zu tragen und zu versuchen mit einer Hand zu kochen, ist aber auf Dauer auch keine Lösung.

Wir brauchten daher eine Möglichkeit, wie er zuschauen und wenn er möchte, mithelfen kann, ohne dass wir ihn tragen müssen. Auf dem Sprössling Blog sind wir dann auf den Ikea Lern-Turm gestoßen. So kann unser Sohn ganz einfach hochklettern und ist auf der perfekten Höhe, um alles zu erkunden, was ihn interessiert.

Lernturm Collage

Die Bestandteile

Man benötigt zum Bau die folgenden Bestandteile, die es, bis auf den Holzleim, alle bei Ikea zu kaufen gibt:

Die genauen Ikeaprodukte findet ihr in den angegebenen Links.

Der Gesamtpreis liegt bei 28,96€.

Die Aufbauanleitung

  1. Den Tritthocker Bekväm nach Aufbauanleitung aufbauen.
  2. Die Seitenteile des Hockers Oddvar zusammenschrauben, aber eine der mittleren Querstreben nicht mit verschrauben. An dieser Stelle wird später der Aufgang sein.
  3. Nun wird von der Bauanleitung abgewichen. Anstatt die Sitzfläche auf das Fußgestell zu platzieren und zu verschrauben, wird das Fußgestell mittig auf die Platte geschraubt.
  4. Dazu am besten das Fußgestellt so auf den Boden stellen, dass die Querstreben unten sind.
  5. Die Sitzfläche mittig auf die 4 Füße legen und mit den Schrauben die Sitzfläche und die 4 Füße verschrauben.
  6. Wer dazu keinen Akkuschrauber hat, kann die nötigen Löcher auch vorbohren, dann geht es etwas einfacher.
  7. Jetzt kommt es zur Verbindung der beiden Möbel. Die obere Fläche des Bekväm Tritthockers wird mit dem Holzleim eingestrichen.
  8. Wichtig ist dabei nicht die gesamte Breite einzuleimen, sondern links und rechts ca. 3cm auszusparen, da der Oddvar Hocker etwas schmaler ist.
  9. Dann werden die beiden Flächen so aufeinander geklebt, dass die Sitzfläche des Oddvar Hockers bündig mit der Stufenseite abschließt, gegenüber ca. 5cm übersteht und links und rechts der Abstand gleich ist.
  10. ACHTUNG: Beachte, dass die Seite des Oddvars an der nur eine Querstrebe verbaut ist an der Seite des Bekväm mit der Stufe ist, damit das Kind auch hoch klettern kann.
  11. Wenn der Leim getrocknet ist, können die Filzgleiter aufgeklebt werden. Hierzu jeweils einen an jeden Fuß und an die Stellen, an denen der Lernturm später an die Arbeitsplatte oder Schubladengriffe stößt, kleben.

Fertig ist der Lernturm.

Bitte beachtet, dass der Lernturm immer an eine Wand oder Küchezeile angelehnt sein sollte und nicht frei im Raum steht. Es besteht die Gefahr, dass der Turm kippt, wenn sich das Kind zu sehr nach vorne lehnt.

 

Viel Spaß beim Nachbauen und zusammen Kochen.

Janina und Kai

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2 Responses to Lernturm – Ein IKEA Eigenbau

  1. Beatrix 23. Januar 2017 an 19:22 #

    Hallo,
    darf ich euren tollen Tipp bei Facebook verlinken?

    • Kai 23. Januar 2017 an 21:19 #

      Ja klar sehr gerne.
      Viele Grüße

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